HAMNET

Das HAMNET ist ein völlig abgetrennter Bereich im WWW.

Wie kommt man hinein? Am Besten, man hat eine Amateurfunklizenz und diverse Bekannte, die sich damit auskennen. In 6 km Entfernung  gibt es einen Zugang ins HAMNET auf 5 GHz. Also auf ins neue Netz!

Zuerst wurde mit einer UBIQUITI Nanostation Loco M5 herum experimentiert. ‚Eigentlich‘ ist das ein Spielzeug. Hat angeblich 24 Volt, 0,5 A Versorgung über einen PoE-Adapter notwendig und eine beam width von 45 Grad (H und V), also ein Sektor-Beleuchter und eine Ausgangsleistung zwischen 18 und 23 dBm, also max. 0,2 Watt auf eine 2*2 MIMO-Antenne mit einem gain von 13 dBi. Da von meinem Dach keine freie Sicht zum HAMNET bestand, sondern einige Bäume dazwischen waren, wurde relativ schnell umgebaut.

Es wurde eine UBIQUITI PowerBridge M5 gebraucht angeschafft. Das ist schon etwas ‚weniger‘ ein  Spielzeug.  Sie hat eine beam width von 6 Grad (H + V) und eine Ausgangsleistung von ca. 25-27 dBm, also max. 0,5 Watt auf eine 2*2 MIMO-Antenne mit einem gain von 24.8 – 26.5 dBi. Sie macht öfters, wie fast alle UBIQUITI Modelle, etwas Ärger mit dem flash-memory, aber das stört nicht im laufenden Betrieb. Wichtig sind die mindestens 10dB mehr an Gewinn.

UBIQUITI-Geräte sind am Markt gebraucht äußerst billig zu erhalten. Selbst ‚angeblich‘ defekte Geräte sind durch das Aufspielen neuer Firmware meist wieder zum Leben zu erwecken.

UBIQUITI hat aus Schiß vor den Telekomm-Behörden diverser Länder eine ‚Frequenzbremse‘ eingebaut, so daß man nicht mehr den gesamten Frequenzbereich auswählen kann (er wird ‚compliance test‘ genannt.), sondern nur noch die im jeweiligen Land verfügbaren offiziellen Frequenzen. Das ist für einen Amateurfunker natürlich nicht hinnehmbar. Es gibt manche HAMNET-Einspeisepunkte, die ’nur‘ über im Amateurfunkbereich liegende Frequenzen erreichbar sind, andere liegen im ISM-Bereich und sind meist ‚irgendwie‘ noch einstellbar mit irgendwelchen obskuren Länderauswahlen (Australia, z.B.).

Hier gibt es zwei Möglichkeiten der Freischaltung:

  1. Man beugt sich UBIQUITI und unterschreibt einen Zettel (genannt: letter agreement) und bittet damit UBIQUITI um Erlaubnis, das Gerät ändern zu dürfen. Da steht z.B. drin:“ We can terminate your permission to use the Confidential Information upon reasonable notice to you.“(Ja, wo samma denn…)…oder…
  2. man sucht ein klein wenig und schaltet das Gerät selbst frei. (Nur das ist Amateurfunk!)

Somit ist entgegen so mancher Amateurfunkermeinung weder eine Erlaubnis notwendig, noch müssen nur alte Firmware’s geladen werden, sondern die neueste Firmware kann eingeladen werden und der ‚compliance test‘ eingestellt werden. Hierzu gibt es mindestens drei verschiedene Wege, dies zu bewerkstelligen.

Eigentlich ist es ein Witz: Es muß nur eine leere Datei mit dem Namen ‚ct‘ in ein Verzeichnis gelegt/erstellt werden oder die Software dazu gebracht werden, dies selbstständig zu tun.

UBIQUITI selbst hat dies in einer Datei mit Namen ct_enable in jedem Gerät für jeden sichtbar (der lesen kann), niedergelegt:

Zitat:

#!/bin/sh
if [ $# -gt 0 ]; then
rm -f /etc/persistent/ct
echo „Disable CT“
else
touch /etc/persistent/ct
echo „Enable CT“
fi
cfgmtd -w -p /etc/ -f /tmp/running.cfg
rm -f /etc/ccodes.inc
rm -f /tmp/.sessions.tdb
killall lighttpd
exit

Und damit hat man dann in der config u.a. stehen:

radio.1.countrycode=511

das war es.