APRS

APRS mit einem China-Böller! Da kommt Freude auf!

Eigentlich ist es ganz einfach, dachte ich: Man kauft sich ein komplettes APRS-Gerät, baut es in das Auto ein … und das war es. Denkste!

Gekauft habe ich mir ein AVRT5 bzw. AP510 von sainsonic:

AVRT5正式发布,敬请支持!!!

(T5主机+PC数据线+VHF天线)

供货周期不确定,预定后2-3周发货,时间不做承诺,但可随时取消预定并退款。

 

1.电池容量增容到3000mA左右;

2.gps用ublox 7芯片;

3.采购成本增加;

4.小批量制作改为工厂加工。

Nicht schlecht, oder? Im Fliegenschiß verborgen steht eine chinesische Weißheit, frei übersetzt:
„Du Depp, man kauft keine „HighTech“ in China!“

Dummerweise muß man zuerst einmal die vollkommen veraltete Firmware ersetzen. Dazu muß man den depperten CH340-USB-Chip erst einmal an Win10 gewöhnen, oder gleich was vernünftiges (z.B. FTDI) verwenden. Der CH340 ist ein China-Böller mit recht schlechten Datenblätter-Inhalten. Wobei, wenn er läuft, dann läuft er, zumindest die ersten zwei Wochen. Anschließend gab es bei mir Aussetzer und verstümmelte Daten, weil entweder das Kabel oder der USB-Stecker ‚faul‘ waren. Nach Ersatz derselben funktioniert er.

Wie macht man einen Ersatz? Zuerst einmal: Was braucht man?: Der AVRT5 hat auf den USB-Pin-Belegungen von DATA+ und DATA- einen Rx und Tx – Ein/Ausgang in TTL, also +5 Volt, Technik (kein RS232!). Also braucht man einen USB auf TTL Datenumsetzer, den es zu Tausenden bei z.B. Ebay ab ca. 1,70€ gibt. NUR … ACHTUNG, wichtig ist, daß der Umsetzer-Chip von einem ‚vernünftigen‘ Hersteller stammt, denn dieser Chip braucht im PC einen Treiber. Und da hat sich China mit dem CH340-Chip ins Knie geschossen, die Unterlagen sind dünn, die Produktion besch§$%ßen, also Finger weg von dem Glump!  Ich benutze FTDI-Chips, die sind weit verbreitet und man benötigt normalerweise keine speziellen Treiber dafür, da sie bereits in Windows enthalten sind (Mac: keine Ahnung, ist aber eh untauglich, da die Konfig-SW nur auf Windows läuft)

Also: Man kauft sich einen FTDI USB-TTL Converter (am besten mit einer Mini-USB-Buchse (siehe Bild))

UND zerschneidet ein USB-Kabel, das einen Mini-USB-Stecker hat

FTDI-Adapter, ein besserer Ersatz für den gelieferten CH340-Umsetzer.

Aus dem Kabelende sollten vier Drähte herausgearbeitet werden : rot und schwarz sowie weiß und grün. Der Converter hat evtl. eine Menge Lötpunkte, interessant sind nur VCC (+5Volt), GND, RX und TX. Leider sind sich die Hersteller-Herrschaften in der Benennung RX und TX nicht immer einig, mal ist es VOM Bord aus gesehen, mal ZUM Board hin gesehen. Also hier ist evtl. ein Vertauschen von weiß und grün notwendig, wenn nichts funktioniert.

Den Converter alleine kann man vorab testen, indem man ihn per USB mit dem PC verbindet, im Gerätemanager bei ‚Anschlüsse (COM & LPT)‘ nach dem ‚Pling‘ schaut, welche Schnittstelle ihm zugewiesen wurde. Wurde ihm nichts zugewiesen, fehlt es entweder am USB-Treiber ODER der Chip ist defekt. Anschließend sollte man sich ein Terminalprogramm zulegen, z.B. HTERM .

Wenn man nun die Lötpunkte auf dem Converter TX und RX kurzschließt, dann sollte man über den bekannten Port mit HTERM eine Loop haben und gesendete Zeichen geloopt bekommen.

Dann wird das Kabel an den Konverter angeschlossen und probiert, mit dem AVRT5 eine Verbindung herzustellen, entweder mit dem Firmware-Aufspiel-Programm oder mit der Konfigurations-Software.

ACHTUNG! Hierzu muß man wissen, daß der AVRT5 nur wenige Sekunden nach dem Anschalten in den ‚Wartungsmodus‘ gehen kann, und auch nur, wenn er dazu eine Aufforderung über die Schnittstelle bekommt (Dies läuft im Gegensatz zum späteren Datensenden NICHT mit 4800 Baud, sondern mit 9600Baud). Denn ein Programm muß recht schnell eine Datensequenz ( Wartungsmodus-Anforderungs-Sequenz) mehrfach ‚testweise‘ senden, die muß vom AVRT5 beantwortet werden und erst dann ist er im Wartungsmodus. Aber, wie gesagt, das geht NUR in den ersten Sekunden NACH dem Einschalten des AVRT5, im übrigen auch dann, wenn er im ‚Auto on‘ Modus ist. Nach Ablauf der ersten Sekunden wechselt der AVRT5  dann von 9600 Baud zu 4800 Baud in den ‚Normal-Modus‘ und kann mit der Konfig-SW nicht mehr erreicht werden.
Die Konfigurations-Software sendet einige Sekunden lang (nach Drücken des ‚Read Config‘ Buttons diese Wartungsmodus-Anforderungs-Sequenz aus, es läuft ein Timer, der dies dann auch beendet, und natürlich nur, wenn der Com-Port in der SW richtig eingestellt wurde.
Während dieser Zeit sollte der AVRT5 manuell sauber vom AUS- in den EIN-Zustand gebracht werden. Nicht zu hastig werden, normalerweise reagiert der AVRT5 nach einmaligem Anschalten sofort, es kann nur dauern, bis die Software dies auch durch Füllen der Felder anzeigt.

Anleitung steht bei Youtube. Zuerst die Konfig-Geschichte, dann die Firmware-Aufspielung.

Dann kann man versuchen, ihn mit Hilfe der völlig untauglichen Beschreibung zu konfigurieren. Wobei hierzu erst einmal eine vernünftige Firmware aufgespielt werden muss, da der Chip eine uralte Version bei der Lieferung hatte. Aktuell ist zur Zeit des Schreibens die Version ‚20170403 AVRT5(delay 5s power up).hex‘. Der Hersteller sagt zwar, dass er dies öfter updated, aber mittlerweile wäre es höchste Zeit, mal wieder etwas Fehlerbereinigtes zu erhalten, ich warte….

Und dann kann man mit der Konfiguration beginnen. Hat bei mir irgendwann auch geklappt. Hilfreich ist ‚Tx serial UI out‘ anzukreuzen, denn damit erhält man gesendete und empfangene Datenpackete per USB oder per Bluetooth vom AVRT5 mit 4800 Baud. Anfangs testweise auch ‚Trans Mode: Manuell und Auto‘ und Beacon Interval auf z.B. 10 einstellen, damit sich was rührt.

Wurde auch ins Auto eingebaut und funktionierte…ungefähr eine Woche lang… dann war Schluß mit lustig.

Nach längerer Diskussion mit völlig inkompetenten Mitarbeitern des Verkaufsteams habe ich beschlossen, alles selbst zu reparieren, statt eine Garantieleistung zu fordern.

Es war das VHF-Modul  mit dem SR-FRS, welches nach dem internen LDO (LDO ist der interne Low-Dropout voltage regulator mit ShutDown-Anschluß) einen totalen Kurzschluß nach Masse hatte. Naja, die MTBF von 7 Tagen für China-Böller ist ja schon was. Und der Kurzschluß war nicht in dem internen Verstärkerzug, sondern in irgendeinem der mehrfüßgen IC’s, vermutlich der BK4811B, der ist aber so klein, dass eine saubere Entlötung unmöglich war, zumindest mit meinen Mitteln. Eine genaue Lokalisierung war nicht möglich aufgrund der völlig undurchsichtigen Durchkontaktierungen auf dem HF-Board.

Also ein neues SR-FRS-VHF-Modul bestellt. In ganz Europa war keines aufzutreiben, von den überteuerten Produkten mal abgesehen. Diesmal also nicht in China, sondern in den USA bestellt. Wir sind ja GLOBAL.  Das dauerte aber genau so lange, da es auch aus China geliefert wurde, ca. 6 Wochen. Die Platine des AVRT5 ist recht gut. Im Gegensatz zum SR-FRS, der schien mir auf Pappmaschee aufgebaut worden zu sein.

Der neue SR-FRS von untern

WICHTIG!: Der SR-FRS ist nicht kompatibel zu einem DRA818V, da hier andere commands notwendig sind. Was ich heraus fand, als ich die Daten zwischen dem AP510-Prozessor und dem VHF-Modul mitloggte:
AT+DMOSETGROUP=0,144.8000,144.8000,00,1,00,0
AT+DMOSETMIC=5,0
AT+DMOSETVOLUME=8
Der DMOSETGROUP-command ist anders beim DRA818V.

AVRT5 AP510, mal ganz ohne VHF-Modul

Vorher aber noch einige SMD-Transistoren geordert, da  mindestens einer (Q3) auch defekt war.

Power-Button

Zum Q3 (MMBT 3904L) ist noch anzumerken: ER ist der eigentliche Einschalter. Drückt man den roten Knopf, so wird ein Signal an den internen Prozessor gegeben, der ein Signal ausgibt (POWER_ENABLE) und damit den Q3 ansteuert, der dann über MOSFET’s die restlichen Baugruppen mit Spannung versorgt. Ist also der interne Prozessor defekt, dann kann das Gerät sich nicht einschalten! Ist der Q3 defekt, dann ist das Gerät entweder IMMER eingeschaltet oder lässt sich nicht mehr dauerhaft einschalten. Im Prinzip kann er durch jeden npn-SMD-Transistor ersetzt werden, der die notwendige Leistung hat.

Also alles ersetzt und schon funktionierte das Gerät…

etwas eigenartig: Auch der Lade-IC für den Li-Ion-Akku war defekt. Also nochmal bestellt, diesmal in GB, weil er sonst nirgends lieferbar war. Dieser 5-polige IC (U2) kann mit einem HM4054C ersetzt werden. Er braucht die Vin und lädt damit den Li-Ion-Akku. Ist er defekt (bei mir Kurzschluß zwischen Eingang und Ausgang), dann hängt die USB-Eingangsspannung direkt am Akku und überlädt diesen, ACHTUNG Explosionsgefahr! Dies ist relativ einfach festzustellen, da er die Eingangsspannung über USB immer auf die Li-Ion-Akku-Spannung runter zieht.

So, und dann über die ‚hilfreiche‘ Yahoo-Gruppe versucht, nähere Infos zu bekommen. Leider ist das Englisch des angeblichen Hersteller-OM’s etwas ‚ungewöhnlich‘, so dass einiges von mir einfach nicht kapiert wurde, obwohl ich als technischer Fachlehrer lange genug auf der gesamten Welt in englisch und französisch die sogenannten ‚Lokals‘ unterrichtet und auch verstanden habe, nur in China fehlt mir die Erfahrung allerdings.

Die Ausgangsleistung von max. 1 Watt ist übrigends nicht ausreichend, um das Signal an die APRS-Gates senden zu können. Auch da musste was getan werden: Also wieder mal geschaut, was man da günstig einkaufen kann. Und natürlich wieder beim Chinesen gelandet.

Zuerst ein PA-Board gekauft, so ca. 13 €.

PA-Board

… dann eine PA-Modul gekauft, so ca. 12 €.

RA30H1317M

Dies alles zusammen gebaut.

PA-Board mir Modul, bereits nach Modifikation

Warum denn eine Modifikation? Na, weil nach dem ersten Probelauf, wie bei China-Böllern ja gewohnt, sich erst einmal alles in Rauch auflöste, also MTBF (mean time between failure=mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen) lag so bei ca 10 Minuten!  Alle SMD-Ic’s auf der Platine waren durchgeschossen. Weil … ich bis heute keinen Überspannungsschutz für den HF-VOX-Schalttransistor gefunden habe… der ja immerhin zwei Relais schalten soll, die im übrigen für eine Ausgangsleistung im Bereich von 20 Watt unterdimensioniert sind!

Also eine Zenerdiode über den ersetzten Schalttransistor eingebaut und den Transistor, der die Gate-Spannung für das PA-Modul einschalten soll, nicht nur ersetzt, sondern mit einem Gate-Vorwiderstand von 2,4 kOhm ergänzt.

PA-Modifikation, ZD irgendeine Zenerdiode mit > 14 Volt (ersatzweise eine Diode 1N400x über den Tr.), R ein 2,4 kOhm Widerstand

Nebenbei noch den Trimmer für die Gatespannung durch einen Festwiderstand ersetzt… denn ich traue keinem Chinabastelladen mehr über den Weg.

Und endlich das Ganze in ein Gehäuse eingebaut.

Älteres Bild, wurde modifiziert, kein DC/DC-Wandler mehr, sondern ein Linear Regler versorgt den AVRT5/AP510 mit Spannung aus dem 12-Volt-Auto-Anschluß.

Somit haben wir nach Nachrüstung eines PLP-150-Oberwellenfilters ein funktionierendes APRS-Gerät, endlich….:

APRS-PA kpl.

Und, es läuft seit einigen Monaten im Probebetrieb ohne Probleme: APRS mit ca. 15 Watt aus einem AP510 / AVRT5.

Und schon wieder mal was Neues (6.2018):

Fast kein Output mehr auf 2m, 144,8 MHz:

Selbstzerlegender SMA-Stecker. Prima. Jetzt wird also auch dieser Unsinn getilgt und durch eine SMA-Buchse ersetzt.

Auch wird das Gehäuse geändert.

Im Auto-Mode: Sobald 5V an USB anliegen, dann Selbststart des Gerätes. Wenn die 5 Volt weg ist, Stop nach einigen Sekunden (Wird in der Einstellsoftware definiert).

Alles schön und gut, aber … wenn das Gerät OFF geht, wird trotzdem das GPS und anderes intern nicht ausgeschaltet, also ist der Akku nach einem Tag dann leer.

Um dies zu verhindern, habe ich den Akku ersetzt durch einen GoldCap mit 1 Farad. Jetzt fährt das Ding runter, nuckelt den C leer und ist beim Anschalten gleich wieder ON. Und der Li-Ion wird nicht mehr ständig entleert und kann in die Bastelkiste.

ff.