Antennen Analyzer SARK100, MR300

Einen Klon einer guten Entwicklung von EA4FRB. Man kann ja nun 399.-€ für den neuen SARK110 ausgeben, oder… einfach mal knappe 50€ für einen Klon des älteren SARK100. Denn wer braucht tagtäglich schon einen Antennen-Analyzer, insbesondere wenn man sowieso Antennentuner hat und alles auf SWR 1:1,5 glattbügelt, egal wie unresonant das Gebilde ist.

Aber da ich auf KW mobil unterwegs bin, will ich doch mal wissen, was meine angezapften Gartenzäune so für reale oder irreale Anpassungsprobleme haben. Und meine End-Feds richtig einstellen.


Leider fehlt dem Gerät ein Akku. Also muss hier auch mal wieder was gezaubert werden (Achtung: Es folgt eine endless story).

Die ‚üblichen 18650-Li Ion-Zellen passen hinein. Das war meine erste Version:

Wenn man NiMh-Akkus hat, kann man die direkt verwenden, da sie ‚eigentlich‘ vom Entwickler vorgesehen waren (8 mal NiMh = 9,6 Volt). Auch eine Stromquelle mit 50mA zum Laden ist vorgesehen (LM317).

Somit kann man, als einfachste Lösung, mit 8 NiMh- AAA-Zellen das Gerät vernünftig versorgen.

Mittlerweile habe ich genügend alte LiIon-Kamera-Akkus gefunden, die sind kleiner und lassen noch mehr Platz im Gehäuse. Kapazitätsmäßig reichen sie für die Messungen.

Eigentlich geht diese Spannung auf einen L87M05CV, so daß man nicht wirklich 3 LiIon-Zellen bräuchte, 2 müßten auch genügen, dies ist eingangsspannungsmäßig aber an der untersten Grenze des Reglers, so dass 3 Zellen die sichere Seite sind. Weiterer Vorteil ist, dass jetzt das Gerät auch direkt von einer Autobatterie ‚hilfsweise‘ geladen werden kann.

Noch ein BMS (‚batterie management system‘) und einen ‚balancer‘ hinzu und schon ist das Gerät komplett. Naja, fast…

12.2018 Ein BMS sorgt dafür, das die angeschlossenen LiIon-Akkus nicht nur geladen, nicht völlig leer gesaugt werden, sondern auch balanciert werden beim Laden, so dass alle Zellen gleiche Spannungen aufweisen.

BMS für 3s (drei LiIon-Zellen in Reihe) mit Balancer
Der Anschluß für die Akkus

ÄNDERUNG 28.1.2019:

Den U9 LM317 (55mA-Stromquelle) habe ich umgeändert auf 310 mA, da er als Stromquelle die ursprünglichen NiMH-Zellen mit 55 mA laden sollte, jetzt aber die LiIon stärker laden kann. Die Stromquelle wird berechnet: 1,2 Volt / R43=22 Ohm = 55mA. Nach Parallelschaltung der 22 Ohm mit einem 4,7 Ohm Widerstand ergeben sich 3,87 Ohm und damit 1,2V/5,31 Ohm = 310 mA.

ÄNDERUNG 29.1.2019:

Obige Idee war gut, aber bedingt durch die vielen Schutzschaltungen wird zuviel Spannung ‚verbraucht‘, bevor die Akkus wirklich vernünftig laden. Entweder man akzeptiert eine höhere Ladespannung, oder man baut die Sicherungsmaßnahmen aus.

Schaltbild meines Original-Klons

Allein über den Brückengleichrichter fallen mehr als 1,2 Volt Spannung ab, dann kommt die Schottky-Diode mit ca. 0,3V und dann die Stromquelle mit mehr als 1,5 Volt.

Die geänderte Stromquelle:

Wer also mit einem Ladegerät für 3s – Akkus laden möchte und evtl. auch direkt aus der Autobatterie, muß _ALLE_ Sicherungsmaßnahmen umgehen, also selbst dafür sorgen, das die Schaltung nicht mehr als 1-2 C zieht..

Mein 'vorläufiger' Endzustand Eine erweiterte Schutzmaßnahme könnte eine Sicherung mit Diode nach Masse sein.

[Es gibt auch Klon-Versionen mit einem 3,7 Volt LiIon Akku, dies ist hier aber nicht der Fall.]

1.2.2019 nach dem Durchmessen verschiedener LiIon-Akkus habe ich nun einen 2s-Akku zusammengestellt, der fast 3Ah bei 8,2 Volt liefert und ‚ewig‘ bei einem Verbrauch von 250 mA für den SARK100 benötigt, bis er die kritischen 7 Volt erreicht hat, die der interne 5V-Regler benötigt.

Damit nehme ich nun zwei selektierte Zellen mit einem BMS  und evtl. noch statt dem 7805 einen low-dropout-LP2954 einbauen, der nur noch 450mV benötigt.

Damit ist der ‚vorläufige‘ Endzustand erreicht. Das Gerät lädt mit knapp 180mA die Akkus auf 8,4 Volt auf über den ‚originalen‘ Stromquellenzweig, der lediglich durch den 4,7 Ohm Widerstand etwas verändert wurde. Die Spannungsversorgung über die DC-Buchse ist jetzt völlig unkritisch, so ca. 12 bis 16 Volt anliegen können,  den MR300 versorgen und die Akkus laden können.


Was für viele OMs ein Feature sein mag, ist für mich ein Ärgernis höchster Priorität: Die Stromsparautomatik:

Das MR300 schaltet sich nach einigen Minuten aus. Aber nicht wirklich richtig aus, sondern nur zur Hälfte: Im Betrieb etwa 240 mA, in der Sparschaltung etwa 120 mA. Da die Sparschaltung auch das Backlight der LCD-Anzeige einschließt, wird diese dunkel gesteuert … und man vergißt, daß das Gerät noch an ist. Am nächsten Morgen ist es dann totgespart… weil die Akkus leer sind.

Mit einem kleinen Widerstand von 5-15 kOhm kann man aber das Backlight im Sparzustand leicht zum Leuchten bringen und hat damit eine Anzeige, das es noch AN ist. Dieser Widerstand wird am Pin 16 (Backlight Ground) des LCD-Moduls nach Masse angeschlossen, da die ‚Stromsparautomatik‘ diesen Pin hochlegt. Der Stromverbrauch ist nicht meßbar höher, aber eine Anzeige ist jetzt vorhanden.

Änderung Stromquelle und Backlight

Statt einer Einloch-UHF-Buchse wurde eine Vierloch-Buchse verbaut, da sich, wie in einigen Reporten bereits erwähnt wird, die Einlochbuchse irgendwann sich zu drehen anfängt und dann entweder die Masse oder der innere Kontakt von der Platine abreißt.

So … und schon wieder ist die Garantie hin…

… aber Gerät funktioniert. Habe eine Mobilband MP-14 -Helical-Antenne als Mobilstrahler damit in kürzester Zeit auf allen KW-Bändern probeweise abgestimmt.

Was jetzt noch lästig ist, ist die lange USB-Leitung. Also muß ein Blauzahn her (HC-06 sollte reichen), evtl. mit externer Antenne, da das Gehäuse aus Alu ist.

Freundlicherweise ist ja schon alles vorgerüstet:

Das BT-Modul HT-06 passt exakt in die vorgesehene Position mit RX, TX und sogar 3,3 Volt-Anschluß:

Der HC-06 (ACHTUNG Stolperfalle: Version:3.0-20170609, wichtig!! hat Befehlsänderungen im Modul gegenüber früheren Versionen) mußte erst einmal von 9600 Baud auf 57600 Baud umgestellt werden mit :

AT+BAUD:57600,0,0   mit CR, LF am Ende
evtl. Name noch ändern:
AT+NAME:MR300

und dann das Board von der Trägerplatine gelöst werden und in das MR300 eingelötet werden.

Dann noch das richtige apk (nicht das ursprüngliche Mini60.apk, sondern das Mini60DH1KLM.apk) auf das SmartPhone und schon funktioniert es.

Quelle (pssst, nicht weitersagen):
http://www.jtelectronics.co.nz/information_links/MINI60/WinPCC-Sark100-Mini60-DH1KLM.rar

Fehlt nur noch die Aussenantenne.

Nachdem diese nachgerüstet wurde (eigenhändig lambda/4 gewickelt und mit einem Kondom versehen und mit Buchse genau da plaziert, wo die 4 Plastikschrauben sassen und vorher die eingebaute Zig-Zag-Antennen-Kupferbahn aufgetrennt, natürlich), ist auf ca. 15 m Entfernung einwandfrei eine BT-Verbindung aufrecht zu erhalten:

Meine noch nicht fertig abgestimmte (zu lange) 20m-EndFed auf dem SmartPhone:

Nur noch etwas schnippeln und dann passt’s.

Jetzt ist das Antennenprüfen und -justieren ein Kinderspiel.

ff.